Wohnen in Münster wird immer teurer – wie lässt sich das mit einem neuen Stadtteil ändern?

Wohnen – immer teurer

Der städtische Gutachterausschuss für Grundstückswerte verzeichnet zwischen 2010 – 2019 eine Steigerung bei den Quadratmeterpreisen für Eigentumswohnungen um rund 100 Prozent. Wer zu immer teureren Preisen kauft oder baut, möchte auch eine entsprechende Rendite sehen. Das führt zu massiv steigenden Mieten bei Neuverträgen. Das Pestel-Institut hat in 2019 eine Mietpreissteigerung von 17,3 Prozent zwischen 2011 – 2017 bekanntgegeben. Die Studie machte auch den gestiegenen Bedarf an Wohnungen (3000 Wohnungen in 2017) deutlich. Stadtverwaltung und schwarz-grüne Ratsmehrheit halten seit Jahren am Ziel von 2000 neuen Wohnungen, davon 300 sozial gefördert, fest. Das reicht nicht! Weil immer mehr Sozialwohnungen aus der Zweckbindung fallen und dadurch bald ein neuer Preisschub bevorsteht, macht eine weitere Zahl deutlich: Wenn jedes Jahr 300 neue Sozialwohnungen entstehen, wird Münster 2028 25 % weniger Sozialwohnungen haben als 2008 – und das bei steigenden Einwohnerzahlen!

Wir müssen jetzt die richtigen Antworten finden – sonst wird die Verdrängung schlimm

Vor allem die Grünen in Münster geben eine scheinbar einfache Antwort – sie nennen das „regionales Entwicklungskonzept“. Auf den Punkt gebracht: Wer sich das Wohnen in Münster nicht mehr leisten kann, soll ins Umland ziehen, damit in der Stadt keine Flächen verbraucht werden. Ich halte das für falsch. Wir sollten unsere Stadt nicht dichtmachen, sondern nach Flächen suchen, auf denen auch klimaschonend gebaut werden kann.

Für das Konzept unseres neuen Stadtteils zwischen Kanalkante und Albersloher Weg schlage ich deswegen vor, Industrie- und Gewerbeflächen zu überplanen, Flächen, die bisher für Einzelhandel genutzt wurden. Das greift ausdrücklich nicht die Grünringe ein, weil dort bisher schon alles versiegelt ist. Auch früher ist die Siedlungsgrenze schon über die Kanalkante vorgeschoben worden, wie man auf dem Stadtplan sieht. Hier würde ein Lückenschluss erfolgen – und die bestehenden Kleingärten bleiben als grüne Zone ausdrücklich erhalten. Ich bin der Überzeugung, dass wir – wie in anderen Städten auch – ältere Gewerbe- und Einzelhandelsflächen umwandeln können.

Wohnen bezahlbar machen – mit einem neuen Stadtteil

Die Flächen am Kanal, die wir für einen neuen Stadtteil vorgesehen haben, ermöglichen es, klare Regeln zu setzen: 30 % der Wohnungen sollen Sozialwohnungen sein, 30 % sollen preisgedeckelt sein, und nur 40 % freifinanziert. Diese Wohnungen will ich mit einer städtischen Gesellschaft entwickeln – es soll also kommunaler Wohnungsbau sein, der hier entsteht. Die Stadt soll die Regie führen – die Planung soll also gemeinwohlorientiert und nicht renditeorientiert sein. Es ist aber meine feste Überzeugung: Wir müssen hier etwas schaffen, wenn die Wohnungsnot bekämpft werden soll. Ein Abdrängen nach dem Motto: Zieht doch ins Umland ist vielleicht die Antwort der Grünen, meine ist: Alle sollen in Münster die Chance haben, eine bezahlbare Wohnung zu finden. 

Ein neuer Stadtteil wird auch den Klimazielen unserer Stadt gerecht 

Neue Wohnungen werden auch und gerade innenstadtnah gebraucht, wenn wir zusätzlichen Autoverkehr vermeiden wollen. Durch seine gute Lage wird der neue Stadtteil verkehrstechnisch optimal angebunden sein. Busverbindungen am Albersloher Weg und an der Wolbecker Straße, die zu reaktivierende WLE-Trasse an der Umgehungsstraße und die durch den Stadtteil verlaufende Veloroute bieten genügend Möglichkeiten, umwelt- und klimabewusst sowohl in die Innenstadt wie auch in die Außenstadtteile und ins Umland zu gelangen. Ich will den neuen Stadtteil daher so autoarm wie möglich planen. Dabei habe ich das Ziel der Klimaneutralität vor Augen. Dazu gehört auch eine Begrünung, die eine sinnvolle Ergänzung zu den Kleingartenanlagen schafft. Klimabewusst und bezahlbar Bauen – das passt für mich zusammen und das will ich im neuen Stadtteil umsetzen.

Ein neuer Stadtteil ist die richtige Lösung 

Münster braucht mehr bezahlbaren Wohnraum. Dieser soll in guter Lage entstehen. 60 Prozent preisgebundenes Wohnen soll in dem neuen Stadtteil ermöglicht werden. Durch eine optimale Verkehrsanbindung und Gestaltung wird zudem dem Klimaschutz umfassend Rechnung getragen. Ein neuer Stadtteil für Münster ist somit die richtige Lösung.